Überprüfung der Katastrophenschutzsirenen

10. März 2022
Funktionalität der Anlagen wird im Landkreis Augsburg trotz der Absage des bayernweiten Sirenen-Probealarms getestet

Pressemeldung des LRA Augsburg:

Ursprünglich war für Donnerstag, 10. März 2022, eine bundesweite Funktionsprobe der Katastrophenschutz-Sirenen und der Warn- App NINA geplant. Diese wurde zwar kurzfristig abgesagt, um eine Verunsicherung der Bevölkerung oder Fehlinterpretation aufgrund der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine zu vermeiden, doch der Landkreis möchte trotzdem an diesem Tag die Gelegenheit nutzen, Sirenen und App auf ihre Funktionalität zu prüfen. „Aus meiner Sicht ist es in der heutigen Situation wichtiger denn je, die Funktionstüchtigkeit unserer Warninfrastruktur sicher- zustellen und die Bürgerinnen und Bürger für das Signal der Kata- strophenschutz-Sirene zu sensibilisieren“, erläutert Landrat Martin Sailer die Entscheidung. „Auch aufgrund der Anzahl der Störfallbe- triebe in unserer Region werden wir den Probealarm im Landkreis in Eigenverantwortung durchführen, um gewährleisten zu können, im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.“ Deshalb werden am kommenden Donnerstag um 11 Uhr im Landkreis Augsburg den- noch die 180 Katastrophenschutz-Sirenen laufen. Die weiteren rund 70 Sirenen, die bislang nur zur Alarmierung der Feuerwehr ein- gesetzt und jeden ersten Samstag im Monat getestet werden, wer- den an diesem Tag schweigen. Für Rückfragen steht Frau Inna Lin- demann vom zuständigen Fachbereich im Landratsamt Augsburg unter der Telefonnummer 0821 3102 2311 zur Verfügung.

Wie klingen Katastrophenschutz-Sirenen?

Ertönt etwa eine Minute lang ein andauernd auf- und abschwellen- der Heulton, soll er die Bevölkerung dazu veranlassen, auf Rund- funk- und Lautsprecherdurchsagen zu achten und gegebenenfalls auch andere Personen, die sich nicht selbst helfen können, nach Möglichkeit zu unterstützen. In Durchsagen über Radio und Fernsehen erhält man im Anschluss auf den Sirenenton alle wichtigen Informationen und Handlungshinweise.

In der Verordnung über öffentliche Schallzeichen hat der Freistaat Bayern die Bedeutung der ver- wendeten Warnsignale festgelegt. Die wichtigsten Sirenentöne sind:

Alarm bei Feuer und anderen Notständen, der zur Alarmierung der Ein- satzkräfte der Feuerwehren dient. Signal: Dreimal in der Höhe gleich- bleibender Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden Dauer, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen.

Alarm, der die Bevölkerung veranlassen soll, anlässlich schwerwiegen- der Gefahren für die öffentliche Sicherheit auf Rundfunkdurchsagen zu achten. Signal: Heulton von einer Minute Dauer.

Wo gibt es Katastrophenschutz-Sirenen?

Katastrophenschutz-Sirenen sollen die Bürgerinnen und Bürger in Bereichen warnen, die beson- ders gefährdet oder in der Umgebung von Einrichtungen mit besonderem Gefahrenpotenzial – wie zum Beispiel Kernkraftwerken oder Betrieben, die Gefahrstoffe verarbeiten – sind. Das ist auch der Grund, warum es diese Sirenen nicht in jeder Kommune, sondern vorrangig im Umkreis der genannten Betriebe gibt. Im Landkreis Augsburg befinden sich diese Bereiche im Norden und im Nord-Westen, da dort entsprechende Chemiebetriebe angesiedelt sind.

Warum können nicht alle Sirenen den Katastrophenschutz-Ton wiedergeben?

Bislang können 70 Sirenen im Landkreis „nur“ den Ton der Feuerwehr-Sirene spielen. Doch es besteht Grund zur Hoffnung, dass sich hier in den nächsten Jahren etwas ändert. Denn das Pro- jekt zum Umstieg der analogen auf die digitale Alarmierung hat in Bayern bereits begonnen und unsere Region soll nach den aktuellen Planungen ab 2023 umgerüstet werden. Kreisbrandrat Alf- red Zinsmeister setzt sich dafür ein, dass beim Umstieg auf die digitale Alarmierung, moderne Sirenensysteme verwendet werden: „Ziel sollte sein, dass wir künftig mit jeder Sirene nicht nur die Feuerwehr alarmieren, sondern zusätzlich die Bevölkerung vor Katastrophen warnen können. Au- ßerdem wird durch einen Akkuspeicher die Funktion auch bei Stromausfall sichergestellt. Wir sollten diesen optimalen Zeitpunkt nicht verpassen.“